Google Suche: Mehr eigener Content, weniger Webseitenverweise

Google Suche
Nichts geht mehr ohne Google-Suche: Deutlich mehr als 90% aller Suchanfragen werden über Google getätigt. Bild: CC0 1.0 Universell (CC0 1.0)

Googles Ziel ist es , die Verteilung von Informationen oder Unterhaltung zu kontrollieren. Bereits 8 Prozent aller Ergebnisse der Google Suche enthalten Einblendungen von Knowledge Graph oder direkte Antwortboxen – in den USA sind es bereits 18 Prozent. Was bedeutet das für mein eigenes Webangebot, für Webseitenbetreiber und Portale?

Die Google Suche ist bei den meisten deutschen die erste Wahl, wenn sie eine Frage haben oder etwas suchen – SEO, also die Suchmaschinenoptimierung, machts möglich. Und Google liefert Treffer, wie viele Adressverzeichnis Betreiber bereits zu spüren bekommen haben. Kaum jemand geht noch auf gelbeseiten.de, um umständlich nach einem Dienstleister in einer bestimmten Stadt zu suchen, da Google solche Anfragen mit Google Maps schneller und direkter beantwortet. Zudem werden alle gleichen oder ähnlichen Dienstleister in der lokalen Umgebung angezeigt, womit die vielfache Suche auf einer Webseite entfällt. Das Ende der Online-Verzeichnisse und Adress-Datenbanken naht sichtbar. Google blendet in immer mehr Themenbereichen eigene Inhalte ein. Man findet sie zwischen den Google Anzeigen oder auch in der rechten Spalte.

Die Verlierer: Wetter, Sport und Börse

Bei der Info für das aktuelle Wetter in einer gesuchten Region geht es schon los. Google blendet zu allererst die eigene Wetterbox ein. Diese hebt sich durch eine klare, saubere Grafik ohne viel Schnick-Schnack deutlich vom Rest der Suchergebnisse ab. Ähnlich gut gelöst erscheint bei der Suchanfrage „Ergebnisse Bundesliga“ eine schnörkellose Tabelle mit allen aktuellen Bundesliga-Ergebnissen der letzten Spiele. Auch bei Anfragen zu Börsendaten oder Aktienkursen kann die Google Suche mit reichlich Informationen dienen. Geht es um Fragen zum Allgemeinwissen blendet Google Ergebnisse von Wikipedia – meist zusammengekürzt – ein. Ergänzt werden diese Ergebnisse mit darunter eingeblendeten Fakten aus weiteren Quellen.

Der 2012 eingeführte Knowledge Graph hat sich stark weiterentwickelt, sodass Google bei spezifischen Suchanfragen die Antworten und Ergebnisse direkt per Textbox ausliefert. Dies macht mittlerweile einen Anteil von 8% aller Suchanfragen aus, Tendenz stark steigend.

Für Anbieter kann die neue Entwicklung der Google Suche problematisch werden, denn Google wird immer besser darin, Suchanfragen zu verstehen und sie direkt zu beantworten. Die Art der Einblendungen ist sehr prominent und fällt jedem User sofort ins Auge. Das bedeutet, dass der Platz, den die Google Ergebnisse benötigen den anderen Suchergebnissen weggenommen wird – sprich, die restlichen Ergebnisse werden einfach nach hinten verdrängt. Somit läuft es darauf hinaus, dass die gestellte Suchanfrage, die sofort von Google beantwortet wird, den Klick auf die Webseite nicht mehr nötig macht und der User die Webseite nicht mehr besucht bzw. besuchen muss.

Das Klagelied der großen deutschen Publisher

Das Wehklagen ist groß unter den deutschen Publishern, wie beispielsweise bei SevenOneMedia. Hier sind verschiedene Angebotssparten wie sport1.de, wetter.com oder auch reise.com direkt von Googles Informationsflut betroffen. Folge: Allgemeine Anfragen zu den Themenbereichen werden mit der Google Suche direkt beantwortet, was den Klick auf die Angebote der SevenOneMedia größtenteils erspart. Das schränkt die Reichweiten der Webseiten deutlich ein und stellt das Geschäftsprinzip der Publisher über kurz oder lang in Frage. Mal abgesehen davon, dass man auf den Portalen mit Werbung förmlich zugeschüttet wird, was nicht wirklich eine tolle User-Experience darstellt. Jedes einzelne Angebot ist von Googles Marktmacht bei der Onlinesuche betroffen. Es geht um die Kontrolle und die Verteilung der Information. Was liegt da näher, als nächsten logischen Schritt die Inhalte also selbst zu erstellen?

Vergleichen: Produkte, Preise, Services

Google spielt jedoch auch noch andere Ergebnisse ein – die eigenen Google Produkte. Das sind zum Beispiel Textboxen mit Übersetzungen durch Google Translate, große Screenshots von Songs auf YouTube, Daten und Einträge via Google Maps oder auch Angebote von Google Shopping, ergänzt durch entsprechende Artikelbilder. Im Bereich Tourismus gibt es zudem spezialisierte Google Dienste, die das Leben der Touristik-Anbieter schwer macht. Wird eine Suchanfrage zu einer Flugverbindung gesucht, erscheint hier eine Textbox, die zu Google Flights führt. Hier werden alle Flug-Ergebnisse in Echtzeit und sauber aufbereitet abgebildet. Getoppt wird dies in naher Zukunft mit dem in den USA bereits ausgerolltem Google Transit, das jedem Kunden vom Start- bis zum Zielpunkt die beste Wegstrecke inklusive alternativer Transportmittel und zugehöriger Preise anbietet. Hotelsuchen werden dagegen mit Ergebnissen des Google Hotel Finder ausgespielt. Diese beinhalten eine Auswahl an Hotelbuchungsportalen, deren Listing auf einem CPC-Modell basiert. Will man also mitspielen, wird dies eine Budgetierung für das Kampagnenmanagement erfordern. Der Wettbewerb wird also systematisch verschärft.

Stimmen aus der Reisebranche warnen vor einer Wettbewerbsverzerrung, denn durch Googles Vorgehensweise leidet das Geschäftsmodel der Vergleichsseiten im Internet. Die Einblendung von Google Diensten an erster Stelle mache es auch neuen Marktteilnehmern fast unmöglich, auf die vorderen Ergebnisplätze der Google-Suche zu gelangen. Die Bekanntheit der Dienste erlangt durch Googles Vormachtstellung von jetzt auf gleich eine extrem hohe Aufmerksamkeit. Der dadurch generierte Traffic steigt kontinuierlich an.

Google Now: Googles Welt von morgen

Der mobilen Nutzung, die seit einigen Jahren überproportional steigt, kommt mit den Google-Ergebnissen eine besondere Bedeutung zu. Wie bereits erwähnt werden die Einblendungen von Infoboxen seitens Google andere Suchergebnisse nach hinten verdrängt. Bedingt durch die kleineren Screens auf mobilen Geräten macht sich dieser Effekt besonders bemerkbar. Google Now zeigt schon heute, was morgen sein wird. Durch die Sprachsuche nimmt das Smartphone die Suchanfrage entgegen und zeigt sogleich eine Ergebniskarte, die Wetterkarte oder die Fussball-Ergebnisse.

Durch die Größe der Google-Box haben dann nicht mehr als 1 oder 2 weitere Suchergebnisse Platz auf dem Bildschirm. Somit ist dann nur noch höchstens 1 weiteres Ergebnis sichtbar, welches nicht von Google stammt und gerade in diesen Bereichen ist der Wettbewerb natürlich extrem hoch und ein SEO muss schon verdammt lange dran rumdrehen, um den „ersten Platz“ der organischen Suche zu erreichen. Und selbst dann: Durch das direkte Vorlesen des Google Suchergebnisses durch den Smartphone oder Tablet Assistenten rückt die Aufmerksamkeit wiederum gleich auf das von Google bevorzugte Ergebnis. Man sollte sich stets den aktuellen Stand der Technik vor Augen führen, denn während Google Now auf Smartphones und Tablets nur eine ‚Option‘ ist, dient es bei vielen neuen Smart Watches von vornherein als Benutzeroberfläche.

Fazit

Anbieter haben deutlich weniger Möglichkeiten, mit ihren Angeboten am Markt bestehen zu können. Bestes Mittel ist immer noch ein gesunder Online Marketing Mix und eine stetige Onpage-Optimierung. Eine gut durchdachte Usability der Webseite sowie 100%ig funktionierende und logisch ablaufende Buchungs- oder Bestellprozesse hinterlassen beim Kunden eine positive Erinnerung an den Produktgeber – also der Marke. Organische, positive Bewertungen sind zudem immer wichtiger und gehören zur Disziplin des Reputation Managements, für welches Unternehmen mittlerweile ganze Online Marketing Agenturen beschäftigen. Nicht zu vergessen: Die ständige Pflege der Google+ Präsenz inklusive Google+ Seite, lokale Google+ Seite, Google Maps Eintrag und Bewertungsoptionen. Gute Online Marketing Manager sind stets auf dem aktuellen Stand und können so für ihre Kunden das derzeit maximal aus den Google Diensten herausholen. Ein wenig jedoch rächt sich der Fehler aus vergangenen Zeiten, als Unternehmen intensiv begonnen haben, bei Google sichtbar zu sein. Dabei wurde leider völlig vergessen, dass man auch beim Kunden sichtbar sein muss. Kundenbindung und Service kann Google (derzeit) nicht abbilden, was eine Unabhängigkeit von Google darstellt und somit ein Baustein einer Online Marketing Strategie bilden kann.

[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]

Un pensiero su “Google Suche: Von der Suchmaschine zur Antwortmaschine ➤ Socialfarm ✓”

  1. Google bietet immer eine Antwort. Wie gut diese jedoch ist, muss jeder selbst interpretieren. Genau daher ist gute Suchmaschinenoptimierung und ein Eintrag auf Google my Business unumgänglich. Genau dasselbe ist mit Social Media Marketing. Daher rate ich als Website Developer immer zu Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.